Ein Wecker klingelt. Seitdem meine Gastmama ihre neue Arbeit als Köchin für eine Familie in Agdal - ein Quartier mit hohem Franzosen- und Geldanteil, gefunden hat, besitzt sie ein neues Smartphone, mit dem sie noch nicht ganz vertraut ist. Nachdem ich ihren Wecker ausgestellt habe, lege ich mich zurück auf's Sofa und lausche Yahya und Saadia beim Sich-fertig-machen.
07:30 Uhr
Mein Wecker klingelt. Ich bin alleine, habe wieder nicht mitbekommen, dass meine Gastfamilie gegangen ist. Anscheinend bin ich doch wieder eingeschlafen unter Geschirrklirren, Brutzeln und Schmatzen.
08:15 Uhr
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| Bürgersteig in Youssoufia |
Heute habe ich Glück, die lange Schlange wartet auf ein Taxi nach Agdal. Ich hingegen werde direkt durchgewunken. „Mademoiselle! La Gare Rabat Ville? Aji, viens!“
08:50 Uhr
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| Teil des Parlamentsgebäude |
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| Bürgersteig vor dem Zentrum |
Vom Bahnhof zum Centre Lalla Meriem laufe ich mit Anzugträgern die Avenue Mohammed V entlang. Während ich die saubere Straße bewundere, fliegen hunderte Tauben über mich hinweg. Nun befürchte ich nur noch von den Vögeln angekackt zu werden, die bewaffnete Gendarmerie vor dem Parlamentsgebäude ist mir egal.
09:00 Uhr
Nachdem ich sowohl Arbeitsbluse als auch Kopfbedeckung angelegt habe, kann die Arbeit endlich beginnen. Gerade möchte ich ein weinendes Baby beruhigen, da ermahnt mich eine Kollegin, ich solle mich von den Babies fern halten. Sie hat mich beim Naseputzen beobachtet und nimmt an, dass ich die Kinder infiziere. Dass die Babies die Virusüberträger waren, versteht sie nicht, das Inhaliergerät für die Babies ist zu laut.
13:20 Uhr
Obwohl ich krankheitsbedingt nichts zu tun hatte außer quatschen, eine Windel wechseln, ein Kind füttern, zwei mal Wäsche zum hauseigenen Waschsalon bringen, verlasse ich das Zentrum 20 Minuten später als gewöhnlich. Für mich fielen heute das Fläschchen geben, Babies beruhigen und Windeln wechseln aus. Um meiner Nützlichkeit kein Stück näher zu kommen, mache ich einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt.
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| Eingang zur Kasbah |
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| Aussicht auf die Kasbah und Rabat |
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| Moschee Assounna an der Avenue Mohammed V |
16:08 Uhr
Pünktlich kommt mein Gastbruder von der Schule. Mittlerweile schafft er es alleine die Treppen vom Schulbus bis zum Haus herunter.
Zu dritt sitzen wir am Tisch, essen Brot und trinken Tee. Mein Gastbruder schaut die Schlümpfe auf meinem Handy und hört nicht, wie ich mit meiner Gastmama über Weihnachten rede. Es stellt sich heraus, dass Weihnachten im muslimischen Marokko natürlich nicht gefeiert wird. Stattdessen wird Eid gefeiert, der Geburtstag des Propheten Mohammed. Dafür kamen letzten Freitag ein, zwei Nachbarn und Familie zum Frühstück, Couscous-, Abendessen oder Tee zwischendurch vorbei.
20:26 Uhr
Eine Freundin der Familie ist noch vorbei gekommen, es gibt Lasagne. Irgendwann gegen 22:30 Uhr, das Geschirr ist abgewaschen, mein Gastbruder liegt im Bett, meine Gastmama schaut fern, krieche ich unter meine zwei Decken. Während ich meinem Husten Freilauf gewähre, wiegt mich der Fernseher, der seit 16 Uhr türkische Serien zeigt, in den Schlaf.






