“No, not like this!“, wirft uns Sheyma vor, und zeigt uns, wie wir uns richtig mit dem Waschlappen die Haut vom Körper reiben. Es ist heiß im Hamam, fast wie in der Sauna. Oben an der Wand ist ein einziges Licht angebracht, das sich in den Kacheln der Wand spiegelt. Ich trage keine Brille und kann nur erahnen, dass die beiden kleinen Jungs in ihren Eimern zusammengekauert gründlich aufweichen. Rund zehn andere Frauen sitzen am Rande des Raumes umgeben von riesigen Eimern und schrubben sich den Körper. Haut, Haare, Wasser fließen in die Mitte ab. Die Frauen kommen fast jeden Samstag hierher, da zu Hause selten oder nur teures heißes Wasser läuft.
Neben mir sitzen Lisa und Lara auf winzigen Plastikhockern. Wir versuchen mit der Bestimmtheit von Sheyma und den anderen marokkanischen Frauen im Raum, die jede zu reinigenden Stellen ihrer Körper genau zu kennen scheinen, mitzuhalten. Körper, die in der Öffentlichkeit im Djellaba und Hijab versteckt werden, im Hamam aber umso schamloser gezeigt werden. Kaum eine Frau im Raum kann als schlank bezeichnet werden, das ständige Ermahnen zum Essen zeichnet sich in ihren Körpern ab. Womöglich gehen Frauen und Mädchen hier mit einem gesünderen Körpergefühl durchs Leben, obschon sie in der Öffentlichkeit bedeckt laufen müssen und Männer starken Einfluss auf den Umgang mit Frauenkörpern in der Gesellschaft nehmen. Patriarchalische Strukturen verbieten Frauen das Abtreiben, verbieten Tampons, da sie die Jungfräulichkeit gefährden würden, reduzieren Frauen aufs Gebären und Kochen. Trotz dieser Einflüsse sitzen vor mir Frauen, die - ohne Fitnessgetränk oder ausgespartem Abendessen - zufrieden mit ihren Körpern sind.
Sheyma wird von einer Frau gebeten, ihren Rücken zu schrubben. Später erfahren wir, dass sie die Frau zuvor noch nie gesehen hat. In der Straße geben sich Männer und Frauen manchmal nicht einmal die Hand, hier schrubben sich sich fremde Frauen gegenseitig den Körper.
Nach fast zwei Stunden Reinigungsritual folgt ein Akt des Anziehens als wäre draußen Januar. Über mehrere Schichten Kopftücher und Pyjamas kommen Djellaba und Hijab und erst als ich das nächste Wochenende mit Erkältung im Bett lag, ärgerte ich mich über meine Ignoranz. Shaymas Rat, mehr als nur ein Djellaba mitzubringen, hielt ich für übertrieben - jetzt weiß ich, dass man zunächst marokkanischem Rat vertrauen sollte. Obwohl die Gründe zunächst nicht ersichtlich sind, kann man davon ausgehen, dass Marokkaner aus Erfahrung sprechen.
Die anklingenden Beobachtungen zu Geschlechtern hat Lara auf ihrem Blog noch weiter ausgeführt.
Laras Blogeintrag zu Beobachtungen zu Gender in Marokko
Neben mir sitzen Lisa und Lara auf winzigen Plastikhockern. Wir versuchen mit der Bestimmtheit von Sheyma und den anderen marokkanischen Frauen im Raum, die jede zu reinigenden Stellen ihrer Körper genau zu kennen scheinen, mitzuhalten. Körper, die in der Öffentlichkeit im Djellaba und Hijab versteckt werden, im Hamam aber umso schamloser gezeigt werden. Kaum eine Frau im Raum kann als schlank bezeichnet werden, das ständige Ermahnen zum Essen zeichnet sich in ihren Körpern ab. Womöglich gehen Frauen und Mädchen hier mit einem gesünderen Körpergefühl durchs Leben, obschon sie in der Öffentlichkeit bedeckt laufen müssen und Männer starken Einfluss auf den Umgang mit Frauenkörpern in der Gesellschaft nehmen. Patriarchalische Strukturen verbieten Frauen das Abtreiben, verbieten Tampons, da sie die Jungfräulichkeit gefährden würden, reduzieren Frauen aufs Gebären und Kochen. Trotz dieser Einflüsse sitzen vor mir Frauen, die - ohne Fitnessgetränk oder ausgespartem Abendessen - zufrieden mit ihren Körpern sind.
Sheyma wird von einer Frau gebeten, ihren Rücken zu schrubben. Später erfahren wir, dass sie die Frau zuvor noch nie gesehen hat. In der Straße geben sich Männer und Frauen manchmal nicht einmal die Hand, hier schrubben sich sich fremde Frauen gegenseitig den Körper.
Nach fast zwei Stunden Reinigungsritual folgt ein Akt des Anziehens als wäre draußen Januar. Über mehrere Schichten Kopftücher und Pyjamas kommen Djellaba und Hijab und erst als ich das nächste Wochenende mit Erkältung im Bett lag, ärgerte ich mich über meine Ignoranz. Shaymas Rat, mehr als nur ein Djellaba mitzubringen, hielt ich für übertrieben - jetzt weiß ich, dass man zunächst marokkanischem Rat vertrauen sollte. Obwohl die Gründe zunächst nicht ersichtlich sind, kann man davon ausgehen, dass Marokkaner aus Erfahrung sprechen.
Die anklingenden Beobachtungen zu Geschlechtern hat Lara auf ihrem Blog noch weiter ausgeführt.
Laras Blogeintrag zu Beobachtungen zu Gender in Marokko
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Toll was du so erlebst!
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